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Vorsicht ab 50: Parkinson-Risiko steigt

Parkinson
Mehr als 250.000 Deutsche sind betroffen.
Das Risiko am Parkinson-Syndrom (volkstümlich Schüttellähmung genannt) zu erkranken, ist zwar nicht allzu hoch, steigt aber beträchtlich ab dem 50. Lebensjahr. Die Symptome stellen sich meist sehr langsam ein, was die richtige und rechtzeitige Diagnose schwierig macht und viel Aufmerksamkeit erfordert.
Frühe Diagnose ist wichtig
Meist beginnt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr, in seltenen Fällen sind die Patienten auch jünger. Das Parkinson-Syndrom trifft etwa ein Prozent der Gruppe ab 60 Jahren. Bei den über 80-Jährigen sind etwa 1,5 – 2 Prozent der Menschen betroffen.
Sobald man bei sich oder einem Angehörigen beginnende Unbeweglichkeit, Zittern in Ruhe, Muskelsteifheit, Gang- oder Gleichgewichtsstörungen beobachtet, ist Vorsicht geboten. Es muss sich nicht um ein Parkinson-Syndrom handeln, da es auch eine Reihe anderer Erkrankungen mit ähnlichen Bewegungsstörungen gibt. Es kann aber auch nicht einfach ausgeschlossen werden: Ärztlicher Rat sollte unmittelbar hinzugezogen werden. Wenn Parkinson in einem frühen Stadium festgestellt wird, sind die medikamentösen Behandlungserfolge meist besser – bis hin zu einer manchmal längeren Beschwerdefreiheit.
Leider ist die auslösende, langfristige Degeneration bestimmter Gehirnareale, die für die Körperbewegungen zuständig sind (medizinisch: Basalganglien), nicht völlig aufzuhalten. Im längeren Verlauf der Erkrankung nehmen die Symptome daher zu. Systematische Medikation kann das Leben der Patienten aber deutlich erleichtern.
Parkinson kann gut behandelt werden
Verschiedene Medikamente und Anwendungsformen stehen für die Behandlung zur Verfügung – häufig kommen L-Dopa oder sogenannte Dopamin-Agonisten zum Einsatz. Diese können zum Beispiel über Tabletten, über eine Infusion unter die Haut oder über ein Pflaster in den Körper verabreicht werden. Das Pflaster z.B. wird jeden Tag neu auf eine wechselnde Hautstelle aufgeklebt und gibt den Wirkstoff gleichmäßig über 24 Stunden ab. Da das Pflaster auf der Haut sichtbar ist, kann man kontrollieren, ob man es bereits aufgeklebt hat. Ein Vorteil auch für Angehörige oder ältere Patienten, die im fortgeschrittenen Alter an Vergesslichkeit leiden.
Seit einigen Jahren werden neben der medikamentösen Therapie auch neurochirurgische Behandlungsmöglichkeiten
eingesetzt. Dazu gehört die sogenannte „tiefe Hirnstimulation“: Stimulationselektroden werden in das Hirn eingepflanzt. Sie arbeiten als „Hirnschrittmacher“, die mittels elektrischer Impulse u.a. das typische Zittern („Tremor“) unterdrücken können. Dazu ist allerdings ein operativer Eingriff erforderlich. . Daher wird dieser Weg nur in ausgewählten Fällen beschritten.
Weitere Detailinformationen rund um die Parkinson-Erkrankung finden Sie unter www.parkinson-aktuell.de.
Sind Omas Wundbehandlungs-Tipps wirklich die besten?
Sie geistern immer noch in vielen Köpfen herum: Omas kleine Tricks. Sie wusste einfach über alles am besten Bescheid. Ein aufgeschürftes Knie, ein Kratzer am Arm? Ein Griff in Großmutters Trickkiste und der Schmerz war vergessen. Auch heute werden noch teilweise die typischen Hausmittelchen bei der Wundversorgung angewendet. Aber Vorsicht: Nicht alle sind sinnvoll, manche sogar eher gefährlich. Der Dermatologe und Wundexperte Dr. Guido Siebenhaar aus Köln weiß, welche: „Typische Hausmittel sind z.B. Öle, Kohlwickel, schwarzer Tee, Mehl, Honig oder Alkohol. Von einigen sollte wegen steigender Infektionsgefahr oder dem Allergierisiko besser Abstand genommen werden. Andere haben durchaus eine antiseptische Wirkung, allerdings in begrenztem Maße.“
- Quark
Oma setzte die berühmten Quarkwickel früher nicht nur gegen Halsschmerzen ein. Gerne landete auch mal ein Klecks auf einer kleinen Wunde. Heute weiß man es besser: Quark verkrustet beim Trocknen stark und das ist weder angenehm noch heilungsfördernd.
- Pflanzliche Präparate
Bei Pflanzenextrakten (z.B. Ringelblume) besteht immer die Gefahr einer Allergie oder einer Hautirritation.
- Mehl
Nach Großmutters Meinung waren besonders Brandwunden prädestiniert für eine Behandlung mit Mehl. Tun Sie das bloß nicht: Mehl oder auch andere Lebensmittel, die zum Wundheiler umfunktioniert wurden, fördern in keiner Weise die Wundheilung. Im Gegenteil: Das Infektionsrisiko steigt sogar deutlich an.
- Alkohol
Der Wundexperte Dr. Siebenhaar aus Köln weiß: „Alkohol hat eine gute antiseptische Wirkung, ist aber mitunter viel zu aggressiv und brennt stark.“ Daher: Finger weg vom Alkohol aus dem Küchenschrank! Solch eine Wundbehandlung ist eher schmerzhaft als sinnvoll.
- Honig
Eine Wunde mit Honig behandeln? Ja, aber nicht mit gewöhnlichem Haushaltshonig. Es gibt in der Praxis speziellen medizinischen Honig, der eine antiseptische Wirkung hat.
Wirksam und gut verträglich muss kein Widerspruch sein. Ein spezielles Wundgel mit dem Wirkstoff Tyrothricin (nur in Apotheken erhältlich) desinfiziert die Wunde, bekämpft Entzündungserreger und beschleunigt die körpereigene Wundheilung. Dabei ist der Wirkstoff sehr gut verträglich und auch für Säuglinge und Kleinkinder bestens geeignet. Und nach nunmehr 50 Jahren auf dem Apothekenmarkt ist der Wirkstoff ohne Frage „Oldie and Goldie“.
Efeu zur “Arzneipflanze des Jahres” 2010 gekürt

Efeu - Arzneipflanze des Jahres
Er wächst in fast jedem Garten, bedeckt Mauern oder klettert an Bäumen hinauf: der Efeu. Kaum jemand allerdings weiß, dass Efeu heilende Wirkungen hat. Wissenschaftler haben ihn darum zur „Arzneipflanze des Jahres 2010“ gekürt.
Bereits die Ärzte der Antike nutzten Efeublätter und -früchte als Schmerzmittel oder – in Salben verarbeitet – bei Verbrennungen. Heute kommt ein Extrakt aus den Blättern des Efeus zur Linderung von Beschwerden bei chronisch entzündlichen Bronchialerkrankungen und bei akuten Entzündungen der Atemwege zum Einsatz (z.B. Prospan) . Auch bei Keuchhusten wird Efeu eingesetzt. Die hauptverantwortlichen Inhaltsstoffe für diese in zahlreichen klinischen Studien belegten gesundheitsfördernden Wirkungen sind die sogenannten Saponine.
Allerdings gibt es eine Kehrseite: Der Efeu hat auch gefährliche Wirkungen. Frische Efeublätter und ihr Saft können nach Kontakt mit der Haut allergische Entzündungen verursachen. Und an den Beeren der Pflanze können sich besonders Kinder vergiften; Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sind die Folgen.
Seit 1999 wählt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg die „Arzneipflanze des Jahres“. Der Studienkreis besteht aus Medizinhistorikern, Ärzten, Apothekern und Biologen; zum Teil wirken auch Studierende und Dozenten an der Auswahl mit.Die Wahl soll dazu animieren, sich mit den Möglichkeiten der Verwendung von Phytopharmaka zu beschäftigen. Jedes zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählte Gewächs soll eine interessante Kultur- und Medizingeschichte aufweisen und in gut belegten oder viel versprechenden pharmakologischen und klinischen Studien überprüft sein.
Quelle:
Dgk, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
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