In vielen Wohnungen ist er ein lästiger Mitbewohner: Der Schimmel. Gerade im Herbst nimmt die Konzentration der Sporen in der Luft zu. Der Schimmel sieht in der Wohnung nicht nur hässlich aus, sondern ist auch eine Gefahr für die Gesundheit der Bewohner. Er kann unter anderem Schnupfen, Augenreizungen oder Hautausschlag verursachen. Auch Atemwegserkrankungen und Migräne sind mögliche Folgen.
Wie schützt man die eigenen vier Wände am besten vor dem Eindringling? Was ist zu tun, wenn er sich schon eingenistet hat? Und wie entsteht der Schimmel überhaupt? „Die Hauptursache ist die kalte Wandoberfläche, an der die Raumfeuchte kondensiert und so den idealen Nährboden für Schimmel bereitstellt“, erklärt Jürgen Beil, Obermeister der Malerinnung Freising und Erding. Viele unterschätzen die Luftfeuchtigkeit, die täglich in einer Wohnung produziert wird: „In einem Vier-Personen-Haushalt entstehen beim Kochen, Baden, Duschen und – ja auch beim Atmen – etwa zwölf bis 15 Liter Wasserdampf. Wer zu Hause zudem Wäsche trocknet, viele Pflanzen oder ein Aquarium hat, erhöht die Luftfeuchtigkeit zusätzlich.“
Deshalb tauchen vor allem in nicht oder nicht ausreichend wärmegedämmten Häusern Schimmel-Probleme auf – fast jeder zweite Schadensfall fällt in diese Kategorie. Mit der Innenwand einer nicht oder schlecht isolierten Wohnung verhalte es sich so, wie mit einem geöffneten Fenster in der kalten Jahreszeit: „Wer kennt es nicht: Man macht das Fenster im Schlafzimmer morgens weit auf und kann beobachten, wie schnell sich die Luftfeuchtigkeit auf der Außenseite des Fensterglases als Kondensat niederschlägt. Erst wenn dieses Kondensat nicht mehr sichtbar ist, kann man davon ausgehen, dass der Raum ausreichend gelüftet ist.“
Das gleiche passiere im Grunde auch an der Innenseite der ungedämmten und damit kalten Außenwand. „Es wundert kaum, wenn sich dort Schimmel bildet“, so der Obermeister. Eine Außendämmung hingegen halte die Wände warm. „Die Luftfeuchtigkeit sammelt sich dort nicht mehr an, dem Schimmel fehlt die Lebensgrundlage.“
Gelegentlich können sich auch in Neubauten sowie in modernisierten und sanierten Häusern Schimmelpilze ansiedeln.
Tipp: „Lüften Sie mindestens drei bis vier Mal täglich – am besten im sogenannten Stoß-Lüft-Verfahren. Über eine längere Zeit nur gekippte Fenster können die Schimmelbildung eher begünstigen.“ Je nach Außentemperatur könne man im Sommer fünf bis zehn, im Winter oft schon zwei bis drei Minuten lüften. Der Obermeister empfiehlt außerdem, die Wohnung gleichmäßig zu heizen, um Temperaturunterschiede in den Räumen zu vermeiden. „Schließen Sie die Tür beim Duschen, Baden oder Kochen und leiten Sie die dabei entstehende Feuchtigkeit sofort nach draußen.“
Vom Kampf gegen die Sporen im “Do-it-yourself”-Verfahren wird eher abgeraten – denn er ist ein Kampf gegen Windmühlen. Ein Beispiel: Überstreicht man nur „unfachmännisch“ den Schimmel an der Wand, entfernt ihn aber nicht vollständig, so kann er immer noch ein Gesundheitsrisiko darstellen.